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Der Fischbrunnen auf dem Marienplatz ist einer der markantesten Brunnen Münchens.

Der Marienplatz ist seit der Stadtgründung durch Heinrich des Löwen im Jahre 1158 das Herz Münchens. Im Mittelalter wurden  Märkte und Turniere abgehalten und Sonnenwendfeuer entzündet. An Ritterspiele erinnert das Glockenspiel im Neuen Rathaus, das jedes Jahr Millionen von Touristen in seinen Bann zieht. Der Marienplatz zählt zu den beliebtesten Plätzen Münchens - das ganze Jahr über finden Politik-, Brauchtums-, Musik- und Sportveranstaltungen statt.

Zur Geschichte des Brunnens:
Unweit des heutigen Fischbrunnens, der seit seiner Entstehung im Mittelalter bereits zweimal umgestaltet wurde, fand in früheren Zeiten der Fischmarkt statt. Dort stand schon damals ein Röhrenbrunnen, der für das Jahr 1318 nachgewiesen ist. Seit 1467 kam dieses Wasser aus Quellen, die im Isartal südlich von München gefasst wurden. In den Brunnen, in dessen Mitte sich eine steinerne Säule befand, wurden Behältnisse mit den gefangenen Fischen eingelegt.

1862 bis 1866 wurde der Brunnen von dem Bildhauer Konrad Knoll grundlegend erneuert. Zwischen wasserspeienden bronzenen Delphinen und Löwenköpfen schütteten vier Metzgerburschen Wasser aus Eimern in den Brunnen. Über ihnen musizierten vier Knaben, ganz oben stand ein Altgeselle mit erhobenem Becher. Damit erinnerte die Figurengruppe an den "Metzgersprung" mit dem jedes Jahr am Fastnachtsmontag die Metzgergesellen freigesprochen und ins Brunnenwasser getaucht wurden. Beim Auftauchen wurden sie dann noch einmal mit Wasser aus Eimern übergossen.

Der im Krieg zerstörte Brunnen wurde 1954 von Josef Henselmann unter Verwendung der erhaltenen Figuren neu gestaltet, wobei die vier musizierenden Knaben nicht einbezogen wurden. Sie stehen heute im Karlstor zur Erinnerung an Herbert Jensen, den Initiator der Fußgängerzone. Von Henselmann und seinen Schülern stammen die Reliefs am achteckigen Brunnenbecken. Alljährlich am Ascher-mittwoch findet im Fischbrunnen das "Geldbeutelwaschen" statt, bei dem man auch den Oberbürgermeister antreffen kann. Wer an diesem Tag seinen Geldbeutel im Fischbrunnen wäscht, dürfte das Jahr über keine gravierenden Geldsorgen mehr haben.

Im Rahmen einer umfangreichen Sanierung im Jahre 1991 wurde der Brunnen wieder mit einer bodennahen Trinkstelle für die Münchner „Zamperl“ ausgestattet. Bei der vorerst letzten Sanierung im Herbst 2011 wurden die Fugen des Beckens neu gedichtet und die Bronzefiguren entkalkt und nachkonserviert