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Insgesamt stehen acht Springbrunnen auf dem Viktualienmarkt. Es sind zwei "einfache" Brunnen; sechs Springbrunnen erinnern an populäre Münchner Schauspieler.
Dieser Brunnen ist dem Volkssänger Weiß Ferdl gewidmet.
Eigentlich hieß er ja Ferdinand Weißheitinger, als er am 28.06.1883 in Altötting geboren wurde. Als Kind war er Sängerknabe in Alt-ötting und Salzburg. Er absolvierte eine Lehre als Buchdrucker, bevor er zum ersten Mal in Regensburg als Komiker auftrat. Dann schob er seine Himmelfahrtsnase auch in das Münchner Volkssängergeschehen und wurde mit 23 Jahren am dortigen Platzl engagiert. Dort wirkte er dann über drei Jahrzehnte lang und wurde mit 38 neben Sepp Eringer zum Platzl-Direktor. Er spielte auch in vielen Heimatfilmen mit, und zahlreiche Tondokumente zeugen von seinem reichen Schaffen. Dazu verfasste er etliche Bauernstücke und Bücher. Sein Humor war immer geradeheraus, seine Kunst war die der Andeutungen. Jeder verstand, ohne dass etwas gesagt worden wäre. Anekdote: Weiß Ferdl trieb während der Nazizeit einmal drei Schweine auf die Bühne. Er kommentierte: "Die kleine da ist das Kind Mann, die mittlere ist die Frau Mann, und wegen dieser fetten Sau hab ich 8 Tage sitzen müssen". Jedermann wusste, was gemeint war ...
Am 19.06.1949 starb er im Alter von 66 Jahren in München, ein Jahr nach Valentin. Begraben liegt er auf dem Sollner Waldfriedhof. Bereits vier Jahre später, 1953, errichtete man, im gleichen Jahr wie dem Valentin, auch dem Weiß Ferdl, dem beliebten Volkssänger und Humoristen, am Viktualienmarkt ein Brunnendenkmal. Er ist, im Dachauer Bauerngwand, von dem Bildhauer Josef Erber gestaltet. Den Guß besorgte Hans Mayr aus München. Der Brunnenpfeiler ist aus Marchinger Kalkstein. Die Enthüllung des Brunnens fand zusam-men mit der des Valentinbrunnens am 18.10.1953 statt, was ausgerechnet ein Kirchweihsonntag war. Die Aufschrift "Münchner Bürger ihrem Volkssänger" schmeichelt dem Weiß Ferdl sichtlich. Klein und gedrungen steht er auf dem Sockel. Spitzbübisch reckt sich unter dem flachrunden Hütchen seine Himmelfahrtsnase aus dem runden Kopf zum Alten Peter hoch, und über seine geschürzten Lippen scheinen die Töne seiner Lieder "Ein Wagen von der Linie 8..." oder das Lied "Vom Wunder der Münchner Weißwurst" in das Wasser-becken zu sprudeln. Etwas geniert, mit verlegen verschränkten Armen zeigt er sich seinen Bewunderern, die ihm frech in seine beiden Nasenlöcher gucken.