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Dieser herrliche "Narziss-Brunnen" befindet sich in dem für den Besucher kaum zugänglichen, südwestlichen Gartenteil des Bayerischen Nationalmuseums.
Narziss ist in der griechischen Mythologie der schöne Sohn des Flussgottes Kephissos und der Leiriope, der in sich selbst verliebt war. Unfähig zu anderen eine Liebesbeziehung einzugehen, er wurde von Jünglingen und Mädchen gleichermaßen umworben, war aber von trotzigem Stolz auf seine eigene Schönheit erfüllt und wies all seine Verehrer und Verehrerinnen herzlos zurück.
Als Narziss sich eines Tages zum Trinken über einen Teich lehnt, nimmt er seine Spiegelung wahr und verliebt sich in sein Spiegelbild, ohne erkennen zu können, dass er es selbst ist, den er sieht. So tief ist seine Liebe und so groß ist die Verzweiflung darüber, dass der „Geliebte“ keine Antwort gibt, dass Narziss Tag und Nacht am Teich verbringt. Er ertrinkt im Versuch, das geliebte Wesen im Teich zum umarmen. An der Stelle, an der er zuvor gesessen hatte, entsprang eine weiße Narzisse mit rotgelben Herzblättern.

Der Brunnen wurde 1896 von Hubert Netzer gestaltet.

Zur Geschichte des Bayerischen Nationalmuseums:
Das von König Maximilian II. von Bayern im Jahre 1855 gegründete Bayerische Nationalmuseum zählt zu den großen kulturgeschicht-lichen Museen Europas. Zunächst war das Museum in einem Gebäude in der Maximiliansstraße untergebracht. Das nach Entwürfen des Münchner Architekten Gabriel von Seidl in den Stilformen des Historismus im Jahre 1900 fertiggestellte Gebäude in der Prinzregentenstraße gehört zu den originellsten und bedeutendsten Museumsbauten seiner Zeit. In einem Rundgang durch stilgerecht eingerichtete Räume werden die abendländischen Kunstepochen von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert für den Besucher lebendig.